21 Danach verließ Jesus diese Gegend und wanderte bis in die Gegend der Städte Tyrus und Sidon. 22 Dort begegnete ihm eine nichtjüdische [wörtlich: kanaanäische] Frau, die ihn anfleht [wörtlich: schrie und sprach]: "Herr, du Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Meine Tochter wird von einem bösen Geist furchtbar gequält." 23 Aber Jesus beachtete sie nicht [wörtlich: Er aber antwortete ihr nicht ein Wort.].
Seine Jünger drängten ihn: "Schick sie doch weg! Sie schreit sonst dauernd hinter uns her." 24 Da sagte er zu der Frau: "Ich habe den Auftrag, nur denen zu helfen, die zum Volk Israel gehören." [Wörtlich: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel] 25 Sie kam aber noch näher, warf sich vor ihm nieder und bettelte: "Herr, hilf mir!" Aber Jesus antwortete wieder: 26 "Es ist nicht richtig, wenn man den Kindern das Brot wegnimmt und es den Hunden vorwirft." 27 "Das stimmt", entgegnete die Frau, "aber die (kleinen) Hunde dürfen doch die Krümel fressen, die vom Tisch ihrer Herren herunterfallen." 28 Jesus antwortete ihr: "Dein Glaube ist groß. Was du erwartest, soll geschehen." Im selben Augenblick wurde ihre Tochter gesund. Erarbeitungsphase Wir teilen den Hauskreis in zwei gleichgroße Gruppen auf. Dabei beschäftigen sich beide Gruppen mit unterschiedlichen Aufgaben. Die eine Gruppe geht in die Küche - oder in sonst einen anderen Raum. Die andere Gruppe bleibt im Wohnzimmer - oder wo sonst der Hauskreis stattfindet. Zeit zur Erarbeitung: 15 Minuten Gruppe 1: Der Ort des Geschehens Bitte schaut Euch die Informationen zum Ort des Geschehens, den (heidnischen, phönizischen)Städten Tyrus und Sidon, im Lexikon zur Bibel, im Bibellexikon, in der erklärten Luther-Bibel oder in sonst einem die Umwelt des NT beschreibenden Buches an. Gebt den anderen anschließend eine kurze Zusammenfassung über deren Geschichte und wie sie und ihre Bewohner in den Zeiten Jesu von den frommen Juden wohl angesehen wurden. Ist Euch jetzt klarer, warum Jesus so schroff mit der Frau redet und warum er diese Ausdrucksweise mit den "Hunden" gebraucht? Gruppe 2: Die Situation der Frau Bitte sammelt aus dem Text Fakten über die Frau, die Jesus anspricht. Was wird über
- ihre familiäre Situation
- ihre Persönlichkeit
- ihre Einstellung gegenüber Jesus und den Juden
- ihre theologische Bildung bzw. ihren Glauben
- Welche Fragen sind jetzt nach der Gruppenarbeit noch offen? Was ist euch noch unklar? Versucht gemeinsam die Fragen zu klären.
- Jesus half schon vor dieser Geschichte "Heiden" (z.B. dem römischen Hauptmann in Kapitel 8). Wie auch in der Geschichte den Glauben des römischen Hauptmanns, stellt Jesus den Glauben der kanaanäischen Frau sehr heraus. Warum das? Wie kommt er zu seinem Urteil? Ist die Frau unverschämt? Schaut Euch bitte in diesem Zusammenhang an, wie sie Jesus anredet. Glaubt sie wirklich? Muss Glaube "unverschämt" oder "fromm" sein? Ist das immer ein Gegensatz? Oder ….?
- Das Thema der so genannten "Heidenmission" tritt bei Matthäus schon weit vor dem bekannten "Missionsbefehl" in Kapitel 28 auf, z.B. in Kapitel 10, 16-20 (lest diesen Text gemeinsam kurz durch).
- Was wird in diesen vier Versen über die Heidenmission deutlich? Welche Rolle spielt der Heilige Geist dabeii? Was können wir heute daraus lernen? Wie können wir heute in Deutschland "Heiden" (Atheisten, Menschen die Gott vergessen haben, Gottsucher etc.) den Glauben vermitteln?
- Untersucht bitte die "Bildersprache" des Textes ("Schafe", "Hunde", "Brotkrumen", "Kinder", "Herren"). Was bedeuten diese Bilder und warum werden sie verwendet? Warum gebraucht Jesus in seiner Verkündigung so oft Bildworte (z.B. "Gleichnisse" und Geschichten)? Warum wurde auch im Alten Testament so viel Theologie durch Geschichten vermittelt? Brauchen wir Menschen diese Bildersprache, damit der Glaube nicht so abstrakt wird (z.B. auch Bilder für den Himmel, die Hölle, die Beschreibung Gottes) oder täuschen uns die Bilder vielmehr über die Realität und wir sollten sie vermeiden (z.B. in Predigt/Glaubensweitergabe)? Lieben wir nicht alle Geschichten?
- Jesus heilte und dadurch predigte er. Wort und Tat waren bei Jesus eins. Was bedeutet das für uns und unsere missionarischen Aktivitäten?






