....eine Art Tun-und-Lassen Programm?
....eine Protestrede gegen das fromme Establishment?
....Tipps und Tricks für Radikale Christen? Meiner bescheidenen Meinung nach handelt es sich am ehesten um einen Alpha-Kurs für Jüngerinnen und Jünger. Um einen sehr zentrierten Vortrag Jesu zum Thema `Nachfolge´. Die Bergpredigt ist eine Lebensschule für Gläubige. Die Bergpredigt ist nicht an alle Menschen gerichtet. Sie ist an Christinnen und Christen gerichtet. Jesus lädt uns in der Bergpredigt ein ihn, sein Denken und Handeln, kennen zu lernen. Er lädt uns ein ihm nachzufolgen. Dazu hat er damals aufgerufen, dazu lädt er heute ein. Die Einladung ist von vielen Weisungen und Herausforderungen durchsetzt. `Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden,...´ Mt.6,19
`Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine Sorgen. ...´ Mt.6,34
`Liebt eure Feinde,.....´ Mt. 5,44
´Wer eine Frau ansieht sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.´ Mt.5,28 Und das sind nur einige Beispiele für herausfordernde Weisungen der Bergpredigt. Doch als wenn das nicht schon genug wäre gibt Jesus seinen Jüngern auch noch einen recht umfassenden Auftrag. Mit diesem Auftrag möchte ich mich heute mit ihnen zusammen etwas intensiver beschäftigen. 13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. 14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 16 So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Wir SIND das Salz. Wir SIND das Licht in der Welt. Wir werden es nicht vielleicht, ein klein wenig, wenn wir uns stark anstrengen sein. Sondern wir sind es dadurch, dass wir Gläubige sind. Wir sind es ganz einfach dadurch, dass wir unser Leben leben. Das wir es an Jesus orientiert leben. Puuh. Erst diese herausfordernden Weisungen. Und dann auch noch dieser Würz-Auftrag. Das ruft in mir immer wieder ernsthafte Zweifel hervor, ob ich tatsächlich Salze. Was für eine Leuchte ich bin ? Und wie hoch mein Würz Effekt überhaupt ist ? Ich komme mir häufiger wie ein Salzkorn im Salzstreuer vor, schön abgeschottet von nicht christlich gesinnten Menschen. Viel zu selten bin ich wie ein Salzkorn welches eine Suppe würzt. Ich habe den Verdacht, dass wenn wir uns alle mal etwas selbstkritisch prüfen, dann kommen die meisten an den Punkt an dem wir feststellen, das mit dem Salz und dem Licht SEIN ist irgendwie unmöglich. Diese herausfordernde Aussage Jesu ist zu viel. Nicht zu schweigen von den eben exemplarisch genannten Forderungen Jesus, wie der Feindesliebe. Oder dem nicht Sorgen. Und mal ganz ehrlich. Irgendwie haben ja tatsächlich große Teile der Bergpredigt einen faden Beigeschmack. Den Beigeschmack der Unerfüllbarkeit. Den Beigeschmack des Unmöglichen. Und ganz schnell kommen wir dahin, dass wir denken: `Ich bin so sündig, so schwach, das schaffe ich nie!´ Es gibt nun 2 Möglichkeiten auf diese Feststellung zu reagieren. Entweder wir werden aufgrund der Überforderung tatsächlich gelähmt und fühlen uns schwach und hilflos und klein. Oder dies regt uns so sehr an, dass wir hoch motiviert sind und alles in unserer Macht stehende versuchen, um das Unmögliche doch irgendwie möglich zu machen. Was meinen Sie, welche dieser 2 Reaktionsmöglichkeiten will Jesus? Lähmung und Hilflosigkeit oder Anregung und Motivation? Ich behaupte, er will beides. Er will zu einen, dass wir dadurch angespornt und motiviert werden, das Unmögliche zu versuchen. Aber er will auch, dass wir erkennen, dass wir schwach und hilflos sind. Wie arm wir sind. Das wir es ohne ihn nicht schaffen. Doch mit dieser eher ernüchternden Erkenntnis will er uns nicht im Regen stehen lassen. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass genau in der Mitte der Bergpredigt das Vaterunser steht. Das zentrale Gebet der Christenheit. Zufall? Wohl kaum. Ich denke das hat eine theologische Bedeutung. Und ich denke, dass diese Weisungen bzw. Forderungen Jesu nur erfüllbar sind mit und durch Gebet. Darum steht auch das Vaterunser mitten eingebettet in den Forderungen Jesu, wie Christen, wie Jünger, leben sollen. Unsere rein menschliche Kraft reicht nicht aus, die Weisungen der Bergpredigt leben zu können. Wir brauchen die Kraft Gottes. Wir brauchen den Heiligen Geist. Durch das Gebet und durch die Bitte um die Kraft des Heiligen Geistes werden wir fähig sein auch das Unmögliche zu tun. Ein gutes Beispiel dafür ist Stephanus, der kurz vor der Steinigung, im Angesicht des Todes solche Worte aussprechen kann: `Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an.´ (Apg.7,60) Ohne Gebet, ohne die Kraft des Heiligen Geistes sind wir nur schwache Leuchten. Das Vaterunser beginnt ja mit den Worten:
Dein Name werde geheiligt.
DEIN REICH KOMME.
Diese Bitte bezieht sich auf die Worte der Bergpredigt, dass die Christen Salz der Erde und Licht der Welt sind. Denn allein die Christen sorgen dafür, dass der Wille Gottes nicht nur im Himmel, sondern jetzt schon auf der Erde sichtbar wird. Wenn wir als Christen diese Aufgabe nicht wahrnehmen, dann macht es niemand. Salz und Licht 13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. Indem die Christen zum Salz der Erde werden, wird Gottes Reich auf Erden sichtbar. In der Bestimmung `ihr seid das Salz der Erde, drückt sich ein göttlicher Auftrag aus. Und genau dieser Auftrag hebt uns Christen von den übrigen Menschen ab. Wenn wir uns vom Geist Jesu leiten lassen, dann haben wir eine wichtige Funktion für die ganze Welt. Neben der schon angesprochenen Funktion des Würzens, hat Salz ja noch andere Funktionen. Damals vor 2000 Jahre gab es keine Dosen und keine Dosenöffner. Es gab auch keine Kühlschrank oder Gefrierschränke wodurch Fleisch und Gemüse lange aufbewahrt werden konnten. Nein, es gab nur die Möglichkeit Fleisch in Salz einzulegen. Dadurch wurde dieser Prozess des Schlecht werdens gestoppt. Wenn Jesus heute die Bergpredigt halten würde, dann würde er vielleicht das Bild des Gefrierschrankes verwenden. `Ihr seid die Gefriertruhen der dieser Welt.´ Denn wir Christen bewahren die Welt davor, innerlich zu verfaulen, zu verderben. Durch unsere alleinige Präsenz, durch unsere Worte und Taten, durch unser "Salz" sein, sollen wir diese Welt vor dem Schlecht sein konservieren. `Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.´ beten wir im Vater Unser. Und das ist gut so, dass wir das immer wieder beten. Denn es steht ja klar im Einklang mit dem Willen Jesus. Jesus möchte das wir das Salz in unserer Welt sind, damit das Reich Gottes nicht nur im Himmel, sondern auch jetzt schon, hier und heute, auf der Erde, in Deutschland und hier in Ostheim existiert. Wir sollen das konservieren, was Jesus vorgelebt hat. Wir sollen dafür sorgen, dass die Botschaft und das Wirken von Jesus Christus in Bruchköbel bewahrt wird. Doch ich frage mich, wie können wir Christen bestmöglich die Botschaft und das Wirken bewahren? Reichen die üblichen Gemeindeangebote aus. Dient unser Gemeindeveranstaltungschristsein dem Salz und Licht sein ausreichend. Die Bergpredigt und das Salz und Licht zu sein konkret zu leben heißt im ersten Schritt, mit Jesus auf den Berg klettern. Und von dem Berg aus die Welt aus der Perspektive Gottes zu betrachten und Menschen mit seinen Augen zu sehen. `Jesus fuhr weg in einem Boot in eine einsame Gegend allein. Und als das Volk das hörte, folgte es ihm zu Fuß aus den Städten. Und Jesus stieg aus und sah die große Menge; und sie jammerten ihn und der heilte ihre Kranken.´ Die Welt mit den Augen Jesu zu sehen bedeutet, von ihrer Not ehrlich berührt zu sein und Ungerechtigkeit zu sehen. Vielleicht können wir dadurch Jesu Botschaft und Werke besser bewahren, besser Salz sein, indem wir uns nicht zufrieden geben mit Sich-Anpassen an die äußeren Verhältnisse. Das wir uns aktiv einbringen. Die Diakonie nicht dem Diakonischen Werk überlassen, sondern selber anfangen Menschen zu helfen. Bewegen uns die Menschen um uns herum überhaupt noch? Oder sind wir so stark mit uns selbst, unserer Familie und in der Gemeinde eingespannt, das wir gar keinen Zeit mehr für Nöte anderer haben. Die Welt, die Menschen um uns sind kein statisches Gebäude, welche nur erklärt bekommen müssen wie Gott ist. Sondern es handelt sich um eine wirkliche und menschliche Welt, die verändert werden muss. Es kann in unseren Gemeinden nicht nur bloß um eine richtige Theologie und Gotteserkenntnis gehen. Theologie ist in erster Linie Tat und nicht Wissen. Jesus hat immer zwei Realitäten vor Augen gehabt. Die Welt in Juda, in der er unterwegs war und das Reich der Himmel. Das Reich Gottes. Er lebte in beidem. Er bewegte sich im Leid der Welt und kümmerte sich darum. Jesus kennt unsere Grenzen. Denoch mutet er uns mit diesen Worten vom Salz und Licht zu, das Reich Gottes weiter zu verbreiten. Wir sollen Gottes Reich ausstreuen und auch wenn wir nur wenige sind, so werden wir doch wie eine Prise Salz die Suppe würzen. Ein Beispiel, welches uns motivieren soll, dass das mit dem Salzen tatsächlich möglich ist. Sabine Ball ist heute eine achzigjährige Frau, die nach einer wchselvollen Geschichte seit Anfang der 90er in Dresden tätig ist. Sie war 10 Jahre mit einem US-amerikanischen Millionär verheiratet. Danach lebte sie in de 60ern auf einem Stück Land mit Hippies und Droganabhängigen zusammen.1971 wird sie durch die Jesus Peolpe Bewegung Christ. 1993 hat sie in Dresden das stoffwechsel eröffnet. Einen Second-Hand Laden mit Cafe. Dort kümmert sie sich um perspektivlose Jugendliche und Punks. Später initierte sie noch zwei Angebote für betreutes Wohnen. Heut sind 16 Hauptamtliche dort tätig und etwa 60 Ehrenamtliche Helfer. Von sich selber sagt Sabine Ball: `Ich habe die Gabe das Gute im Menschen zu sehen.´ Ich denke an Sabine Ball wird deutlich, das es möglich ist das Unmöglich zu schaffen. 13 Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. Jesus drückt sich sehr deutlich aus, was passiert wenn wir diese Aufgabe nicht wahrnehmen. Oder zumindest versuchen das Unmöglich, mit Hilfe des Gebets, möglich zu machen. Wir höre auf zu salzen,...
- wenn wir in Situationen schweigen, in denen wir reden sollten.
- wenn wir aus Gruppenzwang bei etwas mitmachen wo unsere Gewissen warnt und sagt: "lieber nicht!"
- wenn wir unsere Christensein verschweigen
- wenn wir die Nöte der Menschen in unserer Umgebung ignorieren und übersehen.
- wenn wir nicht tatkräftig anpacken, um die Nöte der Menschen zu lindern.






